Kurzer Rant
Norwegen kennt zwei „Pfannkuchen” in welchen Kartoffeln die primäre Zutat sind: Lompe (hier) und Lefse (kommen). Lompe sind dicker als Lefse, welche gefaltet werden statt, wie die Lompe, gerollt. Lefse werden aus kaltem, durch eine Kartoffelpresse gepressten, Teig, hergestellt, in dem auch Buttermilch oder Dickmilch verrührt werden.
Lompe sind der „tagsüber unter der Woche“ Kartoffelpfannkuchen, während Lefse eher süß und als Dessert eingesetzt werden. Natürlich geht’s auch umgekehrt, Norweger sind erfrischend nicht dogmatisch, was Essen angeht.
Zutaten
- 1 kg Kartoffeln, mehligkochend, älter ist gut
- 1 el Salz (kann angepasst werden, Kartoffeln sind halt organisch und damit nicht immer uniform)
- 100 g Mehl, fast alles geht, oft wird auch Kartoffelmehl mit Weizenmehl 50:50 gemischt.
Zubereitung
Die Kartoffeln kurz abwaschen und dann (mit der Schale) weichkochen
Sofort nach dem Kochen schälen. Oft reicht es hier, wenn man sie mit einem Handtuch abrubbelt. Wichtig ist, dass sie für den nächsten Schritt noch gut warm sind.
Mit dem Salz und einem Kartoffelstampfer stampfen, bis das Gemisch glatt und nicht mehr lumpig ist (ja, auch wenn die Dinger „Lompe” heißen).
Langsam das Mehl hinzufügen. Es ist wichtig, jetzt so wenig wie möglich zu stampfen (nimm die Finger oder eine Spatel), während das Mehl vollständig eingezogen wird. Versuche, so wenig Mehl wie möglich zu nutzen, gerade genug, um einen ausrollbaren Teig zu erzielen.
Forme 10–12 Bälle aus dem Teig (wenn Du meine Mengenangaben nutzt, sonst halt entsprechend weniger oder mehr)
Rolle die Bälle auf 15–20 cm Breite aus, hier kannst Du etwas Mehl verwenden, wenn der Teig noch zu klebrig ist.
In einer Pfanne (Gusseisen oder Non-Stick geht am besten) ohne extra Öl brate die Lompe an, bis sie sich einfach entnehmen lassen. Sollte so 20 Sekunden dauern.
Hinweise
- Weniger traditionelle Zubereitungen nutzen auch Crème fraîche und Butter, damit zu experimentieren macht echt Spaß. Wenn Du weißt, dass die Lompe nur für herzhafte Anwendungen (z.B. um eine Wurst einzuwickeln, die berühmten pølser i lompe) genommen wird, dann kann da auch etwas Knoblauchpulver oder Muskatnuss mit rein.
- Morgens, mit süßer Sahne und Erdbeermarmelade ist Wahnsinn
- Die Bälle kannst Du vorformen, aber dann gut einwickeln, dass sie nicht austrocknen. Ich mache abends 8–12 Bälle und kann morgens dann großartig mit Frühstück aufwarten.
Trivia
Die Lompe wurde im 19. Jahrhundert im Norden des Landes groß als andere Teigformen durch die Weizenknappheit schwer zu bekommen waren. Neben den kartoffel-basierten Lompe gibt es im Westen auch die Hellekaker, welche mit Hafer statt Kartoffeln zubereitet werden und älter sind (Kartoffeln kamen in Norwegen recht spät an). Beide sind Ansätze, um Brot als Unterlage zu ersetzen, wenn Mehl knapp ist.



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