
„Cook free or die,” das war das Motto meines Freundes und eines der besten Travel- und Küchenpunks der Neuzeit, Anthony Bourdain. Das Leben ist kurz und definitiv zu kurz, um schlechtes Essen zu essen oder zu Hause auf dem Arsch zu sitzen.
Kochen und Essen sind nicht nur die großen Werkzeuge des Beisammenseins, sie sind auch die beste Art der Völkerverständigung. Und nicht nur das: Essen, so sehr es einen zentralen Stellenwert in unseren Leben hat, ist oft ein Nebengedanke, etwas das man halt macht.
Dabei können Kochen und Essen viel bewirken. Aktiv lokal, nachhaltig, und mit minimaler Verschwendung zu kochen und zu essen, das hat einen sehr realen Effekt auf unseren Planeten. Mehr pflanzlich, mehr aus dem Garten, mehr vom Bauernhof, und weniger von Schiffen und Flugzeugen, die Exotisches um den Globus tragen, nur um die Hälfte der Ernte dann als Abfall zu entsorgen.
So war’s auch bei mir. Als andere Dinge in Frage kamen, war ich ganz schnell weg. Und dann, Akademiker mit weißem Kittel und so, konnte es nicht schnell genug zurück in die Küche schaffen.
Das Witzige am Leben eines Koches (oder einer Köchin, denke ich) ist, dass die wenigsten von uns sich für diese Laufbahn aktiv entscheiden. Stattdessen ist das Leben in der Küche das, das übrigbleibt, wenn alle anderen Optionen nicht in Frage kommen. So war’s auch bei mir. Als andere Dinge in Frage kamen, war ich ganz schnell weg. Und dann, Akademiker mit weißem Kittel und so, konnte es nicht schnell genug zurück in die Küche schaffen.
Denn hier begegnen sich wirklich Vergangenheit und Zukunft, extreme Hitze und Kälte, Kunst, Handwerk, und Wissenschaft, starke Meinungen und ebenso starke Vor- und Misslieben.
Aber Kulinaristik ist mehr als nur „in der Küche”. Es sind das Reisen und das Verstehen anderer Kulturen durch ihr Essen und die Geselligkeit, die damit verbunden ist. Es ist Verantwortung für den Planeten und die Ökosysteme, in denen unser Essen heranwächst. Verantwortung für Tierwohl und verantwortungsvolle Agrikultur. Es ist Vergangenheitsforschung und in die Zukunft schauen. Hightech und Lo-Fi, und vor allem die Magie, mit dem Dreh eines Kochlöffels Erinnerungen und Behaglichkeit zu zaubern.
Ich
Ich habe meine formativen Jahre in den USA, genauer in den Südstaaten Texas, New Mexiko, und Kalifornien verbracht. Dort habe ich das Kochen wirklich lieben gelernt, einen Abschluss in Culinary Sciences am Pacific Culinary Institute (heute ICE, sehr unglücklicher Name in Trump’s Amerika) erhalten, und monatelang nachts die Kohlen im BBQ Pit in Lockhart’s Smoke House gehütet.
Diese, eine sehr „Borderlands Cuisine” orientierte, Liebe, bestimmt meine Küche, auch wenn ich ganz und gar nicht protestieren werde, wenn ein Trip durch Skandinavien ansteht, oder italienisches Essen auf dem Menü.
Heute schreibe ich, rede ich, reise ich, und koche. Meine Rezepte, meine Abende in Taquerias und Smokehoses Europas, und meine Reisen findest Du hier.
Bis dahin,
