Little Norway: Das „Norway House” in Orkanger

Die 1893 Chi­ca­go World’s Fair war ein­zig­ar­tig in der Geschich­te und, egal wie man es betrach­tet, eine Ver­an­stal­tung der Super­la­ti­ve. Tes­la und West­ing­house demons­trier­ten ihren Wech­sel­strom, das ers­te Rie­sen­rad der Welt stand mit 80m Höhe (das Uma­dum in Mün­chen ist klei­ner, und nur das Lon­don Eye ist mit sei­nen 135 m grö­ßer – 130 Jah­re später).

Nor­we­gen woll­te da natür­lich nicht zurück­ste­hen. Und so wur­de der „Nor­way Pavil­li­on” in Nor­we­gen unter der Lei­tung M. Thams’ in Orkan­ger zusam­men­ge­baut und danach wie­der in vier „Flat Pack” Boxen zer­legt. Statt Nägeln oder Schrau­ben wur­de und wird das Gebäu­de von Holz­dü­bel zusam­men­ge­hal­ten, eine Tech­no­lo­gie, die Jahr­hun­der­te spä­ter von einer schwe­di­schen Möbel­fir­ma über­nom­men wur­de. Gestal­tet wur­de der Pavil­lon im Stil der Stab­kir­chen Norwegens.

Nach der World Fair wur­de das Gebäu­de zuerst von Cor­ne­li­us K. Bil­lings gekauft und an den Lake Gen­e­va ver­legt. Das ging, dank Holz­dü­bel, ein­fach. Nach Bil­lings erwarb der Kau­gum­mi-Magnat Wil­liam Wrig­ley das Haus und funk­tio­nier­te es in ein Kino um. 1935 kauf­te Isak Dah­le das lang­sam zer­fal­len­de Gebäu­de, und mit einem „Uff Da” wur­de es nach „Litt­le Nor­way” in Wis­con­sin gelupft, wo es „Nor­we­gi­an Heri­ta­ge” leh­ren sollte.

2012 war das Haus fast ver­fal­len und in Gefahr, voll­stän­dig abge­ris­sen zu wer­den. Es ist einer Grup­pe nor­we­gi­scher His­to­ri­ker und Finan­ciers zu ver­dan­ken, dass das Flat Pack House ein vier­tes Mal zer­legt und ver­schickt wur­de, dies­mal zurück nach Orkanger.

Seit 2016 steht es also wie­der, restau­riert und reno­viert, als Tham­s­pa­vil­jon­gen in Orkan­ger und kann besucht wer­den. Klei­ner Plot-Twist: Der Rädels­füh­rer der Rück­füh­rung lern­te Tage nach der Ankunft der Packun­gen, dass es sein Urgroß­va­ter war, der die Dra­chen an den Dach­gie­beln geschnitzt hatte.

Norway House

Ein­tritt | 75NOK (etwa 7€, nur rein­ge­hen und anschau­en ist kos­te­los, Film anschau­en kostet)

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