La Bere: Authentisch Mexikanisch im Alpenvorland

Die wenigs­ten Men­schen wis­sen wo Kirch­see­on liegt. Und noch weni­ger, dass der 10.000 See­len Markt bis 1939 noch Eglh­ar­ting hieß. Eglh­ar­ting gibt’s immer noch, liegt neben­an, hat 3000 Ein­woh­ner, eine Tau­ben­ko­gel, und ein mexi­ka­ni­sches Restaurant.

Das Restau­rant gehört Ber­nice, die ein­fach Bere genannt wer­den will (daher auch der Name La Bere). Bere kommt aus Mexi­ko, und neben dem Restau­rant­be­trieb schreibt sie auch noch Bücher und bie­tet Koch­kur­se an.

Als Vor­spei­se hat­ten wir die Tama­les (Sal­sa Ver­de mit Hähn­chen, 8€) und die Sopes (10€). Tama­les haben ein wenig einen nost­al­gi­schen Stel­len­wert für mich. Damals, als wir noch auf Dino­sau­ri­ern zur Arbeit rit­ten und Y2K noch ein schwar­zer Schat­ten in der Zukunft war, war der Stop bei der Tama­les-Lady an der Stra­ßen­ecke, wel­che (wahr­schein­lich ohne Lizenz und an der Steu­er vor­bei, so wie das sein muss) ihre Waren aus einer Kühl­box unter ihrem Stuhl ver­kauf­te, ein Muss. Nicht zu ver­ges­sen, die Tama­les mit Schwei­ne­fleisch, die tra­di­tio­nell an Weih­nach­ten geges­sen wurden.

Bei­de, Tama­les und Sopas, ent­täusch­ten nicht und setz­ten den Ton für die kom­men­den Gerich­te. Lei­der muss­ten wir nach den Vor­spei­sen in den Innen­raum, da auch Bere (wie so vie­le Restau­rants die­se Tage) unter der einen bösen Nach­ba­rin zu lei­den hat, die genau um 9 die Poli­zei ruft, wenn Men­schen noch Spaß haben.

Als Haupt­spei­se gab es für mich (logi­scher­wei­se) Tacos. Car­ni­tas, Bir­ria, und natür­lich Al Pas­tor. Alle drei waren, und ich bin wirk­lich kein Fan von Super­la­ti­ven, spek­ta­ku­lär gut. Dazu gab es Reis und Boh­nen­mus (fri­jo­les refri­tos). Die Tacos waren Mais und haus­ge­macht (hier gibt es einen Pri­mer zur Nix­tama­li­sa­ti­on), genau so, wie sie sein soll­ten. Etwas schär­fer gin­ge immer, aber auch hier muss das Restau­rant natür­lich eher die loka­le Kli­en­tel als einen Dutch bedie­nen, wel­cher sich die Geschmacks­knos­pen zusam­men mit den letz­ten Res­ten sei­ner Wür­de auf jenem schreck­lich gei­len (und eigent­lich erin­ne­rungs­wür­di­gen, wäre da nicht die Mez­cal-Amne­sie) Mexi­ko-Trip im Jah­re 2003 voll­stän­dig in den Hades ver­sengt hatte.

Hier stimm­te eigent­lich fast alles. Die Tacos waren saf­tig, groß­zü­gig belegt, auf wun­der­vol­len und geschmack­lich sehr kom­ple­men­tä­ren haus­ge­mach­ten Tor­til­las ser­viert. Gar­niert war unser Besuch mit freund­li­chem Ser­vice und guter, nicht zu lau­ter, Musik, plus (für mich immer ein Bonus) direk­ter Sicht auf die Küche.

Nur die Cola war ein biss­chen flach, was aber bei der Hit­ze auch egal war. Kalt war sie, und rein geht’s immer.

La Bere

Essen
Preis
Vibe
Typ
Schär­fe
Da ist noch Luft nach oben.

* War­um die „Authen­tisch” Ska­la kei­ne Bewer­tung ist

Wir kom­men auf jeden Fall (mehr­mals) wie­der. Zum einen, weil ich mich ja auch mal durch die gan­zen Nicht-Tacos durch­fut­tern muss, und zum ande­ren, weil Bere wirk­lich eine groß­ar­ti­ge Gast­ge­be­rin ist, die in mir ein biss­chen das Fern­weh nach den wüs­ten­stau­bi­gen Tischen irgend­wo in Sono­ra oder den Stra­ßen­ca­fés in Ciu­dad de Méxi­co auf­kom­men lässt.

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